Worin besteht der Unterschied zwischen einem Kondenstrockner und einem Wärmepumpentrockner?

Nach langer Diskussion haben sich die Haushaltsmitglieder endlich geeinigt: Ein neuer Wäschetrockner wird angeschafft, damit die Wäsche in Zukunft schnell und bequem trocknet, ohne dass jedes Wäschestück einzeln auf die Leine gehängt werden muss. Wer meint, mit dieser Entscheidung seien sämtliche Fragen hinsichtlich des Kaufes schon geklärt, irrt gewaltig. Beispielsweise gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Herstellern, darunter unter anderem Bosch, AEG, Miele oder Siemens, zwischen denen Kunden auswählen können. Auch hinsichtlich der möglichen Füllmenge, dem Verbrauch von Strom (üblicherweise in kWh gemessen), der Anzahl unterschiedlicher Trockenprogramme und vielen weiteren Eigenschaften bestehen erhebliche Differenzen zwischen einzelnen Trocknern. Ebenso gibt es zahlreiche unterschiedliche Modelltypen, die alle ihre eigenen Besonderheiten aufweisen. Dieser Artikel setzt sich zunächst genauer mit den zwei bekanntesten und bei den Kunden beliebtesten Modellen auseinander und diskutiert daraufhin die Frage, welche Unterschiede zwischen einem Kondenstrockner und einem Wärmepumpentrockner bestehen.

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Feuchtigkeit kondensiert und wird aus Trockner abgeführt

Insofern richtet sich der Blick zunächst auf die Kondenstrockner. Dieser Typus Wäschetrockner wird häufig wegen des integrierten Kondensators auch Kondensationstrockner genannt. Um dessen Funktionsweise genauer zu verstehen, muss zunächst der sogenannte Taupunkt näher erläutert werden. Der Taupunkt gibt das Temperaturniveau an, unterhalb dessen Wasserdampf in Form von Tau aus feuchter Luft entweicht. Im Trockner ist aufgrund der noch nassen Wäsche ein hohes Maß an Feuchtigkeit enthalten. Dieses überhöhte Niveau an Feuchtigkeit wandelt sich dann mit Hilfe des Kondensators zu flüssigem Wasser. Dieses Wasser wiederum gelangt auf einem von zwei Wegen aus der Maschine. Entweder sammelt es sich in einem extra dafür vorgesehenen Behältnis, das vom Benutzer des Trockners regelmäßig manuell entleert werden muss, oder es wird mittels eines Abwasserabschlusses direkt aus dem Elektrogerät abgeführt. Die Luft aus dem Kondensator wird in den Raum abgeführt, in dem sich die Maschine befindet, weswegen dort optimalerweise Frischluftzufuhr vorherrschen sollte, damit die erwärmte Luft schnell entweichen kann. Dies sorgt dafür, dass sich die Feuchtigkeit nicht in den Wänden festsetzt und somit auch langfristig nicht für unnötige Schimmelbildung sorgt.

Wärmepumpe sorgt für Verdampfung der Feuchtigkeit

Das Trocknen feuchter Wäsche kann jedoch alternativ auch in einem Wärmepumpentrockner erfolgen. Durch Schleudern und die Zufuhr trockener, erhitzter Luft durch einen Prozessluftventilator beginnt die Feuchtigkeit aus der Wäsche zu verdunsten, und geht in die Prozessluft über. Bleibt die Frage zu klären, wohin diese Luft wandert, da sie schließlich nicht in der Maschine verbleiben kann. Sie wandert in den Verdampfer der namensgebenden Wärmepumpe und wird wieder herabgekühlt, sodass der Wasserdampf nach Unterschreiten des Taupunkts am Verdampfer auskondensiert. Ebenso wie bei den Kondensationstrocknern wird dieses Wasser dann gebündelt und abgeführt oder sogar direkt hinausgeführt. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass keinerlei Feuchtigkeit in den Aufstellraum austritt. Die größte Gefahr beim Trocknen feuchter Wäsche besteht schließlich ja darin, dass sich Feuchtigkeit in der Kleidung oder den Wänden des Trockenraums festsetzt, was langfristig zu Schimmelbildung, stockiger Kleidung und ähnlichem beiträgt.

Wesentliche Unterschiede hinsichtlich Preis, Energieverbrauch und vielem mehr

Worin bestehen nun also die wesentlichen Unterschiede zwischen dem einen und dem anderen Trockner? Wärmepumpentrockner und Kondenstrockner dienen grundsätzlich dem gleichen Zweck: Sie trocknen feuchte Wäsche und das mittels Zufuhr von Wärme. Die Feuchtigkeit wird wahlweise über die Abwasserleitung oder über ein speziell dafür ausgelegtes Behältnis aus der Maschine abgeleitet. Unterschiede ergeben sich allerdings hinsichtlich der technischen Feinheiten: Trockner mit Wärmepumpe benötigen nur ungefähr halb so viel Strom wie Kondenstrockner. Die geringeren Stromkosten werden allerdings zumindest zum Teil durch einen höheren Kaufpreis bei der Anschaffung aufgewogen. Außerdem besitzen Kondensationstrockner nur einen Luftstrom gegenüber derer zwei bei Wärmepumpentrocknern. Wer folglich häufig einen Wäschetrockner benötigt, sollte sich gut überlegen, ob es nicht lieber ein Wärmepumpentrockner werden soll, der langfristig günstiger ist bei hoher Nutzungsrate.